Webhosting Anforderungen: Guide + Checkliste (1)

2018-05-22T16:53:23+00:00 13. November 2015|Webentwicklung|0 Kommentare
  • Webhosting Anforderungen: Guide + Checkliste

Ein gutes und geeignetes Webhosting ist heute Maßgeblich für die Performance und Flexibilität einer Website. Besonders die Geschwindigkeit spielt in Zeiten umkämpfter Suchmaschinenrankings und mobiler Endgeräte eine immer wichtigere Rolle. Es gilt also, die Webhosting Anforderungen für die eigene Website genau zu kennen.

Beim Vergleichen von Webhosting-Lösungen stolpert man schnell über eine Vielzahl von Fachbegriffen und Kriterien, auf die ich in der folgenden Serie näher eingehen werde. Dabei zeige ich, auf welche Leistungsmerkmale des Webhostings es wirklich ankommt. Schließlich ist das der Grundstein für eine erfolgreiche Website – sozusagen das technische Herz.

Weitere Teile der Serie „Webhosting Anforderungen“:

Webhosting vs. Webserver

Befasst man sich das erste Mal mit den Webhosting Anforderungen, stolpert man schnell über eine Vielzahl an Fachbegriffen.

Aber beginnen wir doch am Anfang. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Webhosting, („Managed“) vServer, („Managed“) Server und einem dedizierten Server? Und was steckt hinter den Begriffen Domain, Top-Level Doamin (TLD) und Subdomain? Diese Begrifflichkeiten sollten grundlegend unterschieden werden, um den richtigen Service nutzen zu können.

Das herkömmliche Webhosting wird häufig auch als Shared Hosting bezeichnet. Dabei teilt man sich einen physischen Server mit vielen anderen Websites/Kunden. Je nach Tarif können dabei locker 50 und mehr Websites auf einem physikalischen Server betrieben werden. Diese Shared Hosting Server sind natürlich sehr leistungsstark und verkraften diese Anzahl an Websites problemlos. Da solche Tarife für normal frequentierte Websites ausgelegt sind, kann eine Hand von stark frequentierten Seiten die eigene Website-Performance stark beeinträchtigen. Dafür hat man beim Shared Hosting den Vorteil, dass man sich um die Pflege und Wartung des Server-Systems nicht zu kümmern braucht. Das übernimmt nämlich der Hosting-Anbieter für einen. Aber auch aus der Sicht der Suchmaschinenoptimierung können miese Nachbarn die eigene Website in Mitleidenschaft ziehen. Liegen dort von Google abgemahnte Seiten oder PPP-Seiten (Pills, Porn & Poker), überträgt sich der schlechte Ruf auf die eigene IP-Adresse, die man sich mit den lieben Nachbarn teilt. Majestic bietet ein sehr gutes Tool an, mit dem man seine Nachbarn im IP-Adressbereich checken kann.

Bei einem vServer erhält man schon wesentlich mehr Leistung als bei einem normalen Shared Hosting Tarif. Zwar teilen sich hier ebenfalls mehrere Personen einen Server, allerdings nicht so viele wie im Vergleich zum Webhosting. Bei der Wahl eines vServers sollte man darauf achten, ob es sich um einen „Managed“ vServer handelt oder um einen normalen vServer, bei dem ihr die Wartung und Verwaltung zu 100% selbst durchführen müssen.

Das Non-Plus-Ultra bietet ein komplett eigener Web-Server, bei dem ihr die Performance komplett für sich alleine nutzen können. Web-Server gibt es ebenfalls als „Managed“-Lösung, bei dem der Hoster das System auf dem aktuellen Stand hält. Bei einem eigenständig verwalteten Web-Server habt ihr das Zepter in der Hand und könnt Schalten und Walten wie ihr es für richtig haltet. Hier habt ihr i.d.R. auch eine IP für sich alleine.

Maßgeblich bei der Entscheidung zwischen einem Shared-Hosting, einem vServer und einem Server ist die gewünschte Performance, die abhängig von der Größe der Website sowie der täglichen Zugriffe ist. Zudem hat man bei einem vServer und einem eigenen Server mehr Konfigurations- und Anpassungsmöglichkeiten.

Als allgemeine Empfehlung kann man sagen, dass für normale Firmen- und Vereinswebsite eine entsprechende Shared-Hosting Lösung vollkommen ausreichend ist. Wachsen technische Anforderungen und die Besucherzahlen mit den Jahren, kann bei guten Hosting-Anbietern problemlos auf einen leistungsfähigeren Tarif oder Server gewechselt werden. In der Regel reicht dafür eine Beauftragung per E-Mail oder ein entsprechendes Upgrade in der Tarifverwaltung. Das ist auf jeden Fall ein Punkt, den man bei der Wahl eines guten Webhostings beachten sollte. Meine ersten Websites habe ich ebenfalls mit einem Shared-Hosting gestartet, was zu diesem Zeitpunkt auch völlig ausgereicht hat.

Für anspruchsvollere Systeme wie z.B. Online-Shops oder Streaming-Systeme sollte man von Anfang an mindestens auf einen vServer setzen, da die Performance die Conversion-Rate der Angebote stark beeinflusst. Auch bei Google ist eine schnelle Reaktionsseite des Hostings ein Ranking-Faktor, den man nicht außer Acht lassen sollte. Google gibt hier 200ms als Richtwert an.

Da die meisten Webhosting-Tarife eine kostenlose Testphase gewähren, kann man die Performance, Technik und die Verfügbarkeit des Hostings in aller Ruhe testen (was ich übrigens jedem ans Herz legen möchte!). Ein solcher Test lässt sich hervorragend mit dem dienst Pingdom umsetzen, der nicht nur die Performance sondern auch die Verfügbarkeit überwacht.

Domain, Subdomain und TLD

Die Begrifflichkeiten Domain, Subdomain und TLD (Top Level Domain) sind im Grunde ziemlich leicht erklärt. Hier einmal zwei Beispiele:

  • beispiel.de
  • beispiel.de

www und test sind in diesem Fall die Subdomains. Unter www erreichst du deine normale Website, die im Grunde auch ohne www erreichbar sein kann, also unter beispiel.de. Mit Subdomains lassen sich logische Gliederungen realisieren, wie z.B. die Trennung von mobilen Webanwendungen (m.beispiel.de und www.beispiel.de) von der Hauptseite.

beispiel ist in diesem Fall die Domain und „.de“ die TLD (Top-Level-Domain), die es in mittlerweile unzähligen Varianten gibt. Ein kurzer Überblick über die gängigsten TLDs:

  • .de (Deutschland)
  • .at (Österreich)
  • .ch (Schweiz)
  • .uk (United Kingdom)
  • .com (Commercial – für Unternehmen)
  • .net (Network)
  • .org (Organization – Non Profit Unternehmen)

Auch wenn sich hinter den Domains für Commercial, Network und Organization ein Zweck verbirgt, sind diese für jeden frei verfügbar. Eine sinnvolle und korrekte Nutzung ist allerdings empfehlenswert. Besonders bei den Länderdomains solltest du dich an die angedachte Nutzung halten, da Google und deine Website-Besucher bei diesen TLDs eine Website mit der passenden Sprache aus dem entsprechenden Land erwarten.

Bei der Wahl eines guten Webhostings solltest du vor allem darauf achten, wie viele Inklusivdomains im entsprechenden Webhosting-Paket bereits enthalten sind, welche durch TLDs vom Hoster angeboten werden und wie viel zusätzliche Domains im Jahr kosten. Denn häufig ist es clever, die interessantesten Domains ebenfalls zu reservieren, bevor dies die Konkurrenz tut.

Bei den Subdomains braucht ihr euch heute in der Regel keine Sorgen zu machen. Die meisten Hosting-Anbieter bieten so viele Subdomains an, das man diese wohl kaum ausreizen wird. Bei All-Inkl.com (der Hosting-Anbieter meiner Wahl) bekommt ihr schon im kleinsten Tarif satte 150 Subdomains mitgeliefert. Das sollte für die nächsten Jahre also locker reichen! 😀

Serverstandort

Aus Performancesicht spielt die Wahl des richtigen Serverstandorts eine entscheidende Rolle. Ist die Zielgruppe der Website vornehmlich aus dem deutschsprachigen Raum (D/A/CH), so sollte die Website natürlich auf einem deutschen Server betrieben werden. Denn je entfernter der Serverstandort, umso länger ist die Reaktionszeit und Ladezeit der Website. Ist ja im Grunde auch logisch… es liegen schließlich wesentlich mehr Internet-Knotenpunkte zwischen dem Webserver und Deinem Besucher, die alle durchlaufen werden müssen.

Anders sieht es mitunter bei international tätigen Unternehmen aus. Hier ist die entscheidende Frage, aus welchen Ländern die Zielgruppe hauptsächlich stammt. Fokussiert sich ein deutsches Unternehmen beispielsweise auf den nordamerikanischen Raum, so sollte ein Webhosting/Server in den USA angemietet werden. Andere Länder, andere Sitten… so ist das auch beim Datenschutz. Wenn die Website auf einem ausländischen Server betrieben werden soll, so solltest Du unbedingt die Richtlinien zum Datenschutz prüfen. Hier ist Vorsicht geboten! Im Zweifel solltest Du immer Rücksprache mit Deinem Fachanwalt halten, bevor ihr ein Webhostingangebot im Ausland nutzen.

Und so geht es weiter in der Serie zu den Webhosting Anforderungen…

Im nächsten Beitrag (Teil 2) zur Serie „Webhosting Anforderungen“ geht es um die technischen Voraussetzungen, die es für die verschiedenen Website-Typen bedarf. Zudem werden wie die wichtigen Punkte Traffic-Volumen, Flatrates und die Größe des Webspace behandeln. Zwei Punkte, die bei falscher Einschätzung schnell zusätzliche Kosten verursachen.

Bildquelle: Clipdealer – SeanPrior *

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