Für regionale Unternehmen sind die Werbemöglichkeiten mit lokalen Google AdWords Anzeigen immer noch nicht Bestandteil ihres Marketingplans. In vielen Fällen liegt das an der Ungewissheit über die Werbemöglichkeiten und das benötigte Budget. Dabei sind erste Werbeerfolge mit einem kleinen Budget ohne Probleme möglich. In meinem Beitrag gebe ich euch daher wichtige Grundlagentipps für lokale Werbekampagnen mit auf den Weg, die jeder angehende Google AdWords Advertiser auf dem Schirm haben sollte.

Vorteile von lokalen Google AdWords Anzeigen

Die klassischen Werbemedien haben bekanntermaßen einen sehr hohen Streuverlust. Bei herkömmlicher Werbung werdet ihr in der Regel nach Kontakten abgerechnet. Dabei ist, je nach Werbemedium, mal mehr und mal weniger mit Streuverlusten zu rechnen. Ihr bezahlt also auch dann, wenn der Werbekontakt kaum Relevanz für euch hat.

Beim gezielten Targeting und einer regionalen Ausrichtung von lokalen Google AdWords Anzeigen können Budgets hingegen gezielt eingesetzt werden. Bei einer korrekten Umsetzung eurer Google AdWords Kampagne kommt ihr daher ohne unnötigen Streuverlust aus.

Das macht Google AdWords als lokale Werbemöglichkeit besonders interessant. Schon mit kleinen Budgets lassen sich spürbare Erfolge erzielen.

Aber die oben genannten Vorteile sind noch lange nicht alles, was lokale Google AdWords Anzeigen zu bieten haben:

  • Gezieltes Targeting nach Städten, Regionen und Bundesländern.
  • Zielgruppe innerhalb eures Einzugsgebiets. Der Umkreis kann auf den Kilometer genau angegeben werden.
  • Performancevergleich von Kampagnen mit unterschiedlicher lokaler Ausrichtung (z.B. Köln vs. Frankfurt).
  • Zielgruppe anhand von demographischen Merkmalen genau definieren.
  • Zielgruppe regional ansprechen.
  • Volle Kontrolle des Budgets.
  • Optimierung anhand von Tests.
  • Gezieltes Branding in ihrem Einzugsgebiet, das nach Interaktionen abgerechnet wird.

So findet ihr die richtigen Keywords für eure lokalen Google AdWords Anzeigen

Bevor es an die Schaltung der lokalen Google AdWords Anzeigen geht, müsst ihr herausfinden, wonach eure Zielgruppe genau sucht. Schließlich sollen die Werbeanzeigen nur zu relevanten Suchanfragen geschaltet werden.

Der Ausgangspunkt dazu ist eine Keywordrecherche. Da ihr die Anzeigenschaltung später regional einschränkt, solltet ihr eine 3-stufige Keywordrecherche durchführen:

  1. Allgemeine Keywordrecherche ohne regionale Einschränkung, um an möglichst viele Keyword-Ideen heranzukommen. Berücksichtigt dabei auch den Mid- bis Longtail (2 oder mehr Wörter pro Keyword), denn hier könnt ihr später mit einer passenden Werbeanzeige bares Geld sparen und erhöht eure Kampagnenreichweite deutlich.
  2. Kombination der ermittelten Keywords + Städtenamen/Region/etc.
  3. Impressionen und Klickkosten aller ermittelten Keywords anhand einer regionalen Keywordrecherche ermitteln.

Durch den 3-stufigen Aufbau der Keywordrecherche erhaltet ihr eine breitgefächertes Keyword-Set, das für eure Zielgruppe relevant ist. Durch den letzten Schritt der regionalen Einschränkung könnt ihr genau abschätzen, wie groß die Reichweite eurer lokalen Google AdWords Kampagne wird und mit welchen Kosten ihr rechnen müsst.

Die richtige Google AdWords Kampagnenstruktur

Neben einer gründlichen Keywordrecherche steht und fällt eure lokale Google AdWords Kampagne mit der gewählten Kampagnenstruktur. Beide Faktoren haben einen starken Einfluss auf die spätere Performance eurer lokalen Google AdWords Kampagne und bilden die Basis für eine Optimierung eures Google AdWords Kontos.

Aber warum ist die AdWords Kampagnenstruktur so wichtig?

Wenn ihr von Anfang an eine saubere Kontostruktur plant, ist die Arbeit in Google AdWords wesentlich schneller, leichter und übersichtlicher. Im Nachhinein wird sich ein sauberer Kampagnenplan durch das effiziente Arbeiten im Google AdWords Konto wieder auszahlen.

Aber was noch sehr viel wichtiger ist: Ihr könnt eure Kosten viel besser kontrollieren! Habt ihr eure Google AdWords Kampagnen von Anfang an ordentlich strukturiert, könnt ihr Performancebremsen und Geldfresser viel leichter identifizieren und entsprechende Gegenmaßnahmen in Angriff nehmen. Aus einer ordentlich strukturierten Kampagne lassen sich sehr viel leichter AdWords Anzeigen erstellen, die eine höhere Relevanz zu den Suchbegriffen haben. Dadurch sinkt der Klickpreis und ihr erreicht mehr Kunden für das gleiche Budget.

Die Struktur eures Google AdWords Kontos gliedert sich in Kampagnen, Anzeigengruppen und schlussendlich Anzeigen.

Die Kontoebene

Auf der Kontoebene legt ihr globale Daten fest, die sich auf alle Kampagnen und Anzeigengruppen auswirken. Beispiele dafür sind die Kontaktdaten, Zahlungsinformationen, Währung und die Zeitzone.

Die Kontoebene muss im Grunde nur einmal sauber konfiguriert werden. In der Regel ändern sich diese Daten nur sehr sehr selten.

Die Kampagnen

Ab der Kampagnenebene wird es ernst. Hier solltet ihr euch ausführlich Gedanken um eure künftigen Werbeaktivitäten mit Google AdWords machen. Grundsätzlich kann man Kampagnen nach den folgenden Kriterien trennen:

  • Städten
  • Regionen
  • Ländern
  • Marken
  • Produktkategorien
  • Dienstleistungen
  • Zielgruppen
  • Budget
  • Werbenetzwerk

Ich empfehle in der Regel eine regionale Ausrichtung in den Kampagnen anzustreben. So könnt ihr u.a. folgende Punkte sehr gut erkennen:

  • Regionen in denen eure Anzeigen eine gute Performance haben.
  • Regionen in denen ihr die meisten potenziellen Kunden ansprechen konntet.
  • Regionen in denen ihr die besten Conversion-Raten (Kontakt, Anruf, E-Mail, etc.) erzielt.
  • Gezielte regionale Optimierung der Werbeanzeigen.
  • Regionale Budgetverteilung anhand von Bekanntheit, Konkurrenz und anderen Marketingaktivitäten.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der auf Kampagnenebene eingestellt wird, ist das Werbenetzwerk. Hier dürft ihr euch aussuchen, wo eure Anzeigen ausgestrahlt werden sollen. Google AdWords bietet derzeit die folgenden Möglichkeiten:

  • Nur Suchnetzwerk
    Das Google Suchnetzwerk gliedert sich in die Google eigene Suche und Partnerseiten, die eine Such auf ihrer Website mit Hilfe von Google anbieten (z.B. GMX). Hier können ausschließlich Textanzeigen geschaltet werden.
  • Nur Displaynetzwerk
    Im Displaynetzwerk können Text-, Bild-, Video- und Rich Media Anzeigen ausgespielt werden. Dazu nutzt Google z.B. die Publisher von AdSense, aber auch die eigenen Plattformen wie z.B. YouTube, Gmail, etc.
  • Suchnetzwerk + Displaynetzwerk
    Es werden beide Netzwerke genutzt.
  • Shopping
    In Verbindung mit einem Google Merchant Center Konto werden die Anzeigen mit Produktinformationen im Google Suchnetzwerk und auf Google Shopping ausgespielt.
  • Video
    Auslieferung auf YouTube und im Google Videonetzwerk in Form von eigenen Videos.
  • Universelle App-Kampagne
    Bewerbt eure Android-App in der Google-Suche, bei Goole Play, YouTube und in anderen Apps.

Die Anzeigengruppen

Eine Kampagne gliedert sich in eine oder mehrere Anzeigengruppen. Bei der Schaltung von lokalen Google AdWords Anzeigen ist es sinnvoll, diese nach euren Produkten oder Dienstleistungen zu clustern.

In diese Anzeigengruppen kommen dann alle Suchbegriffe, die zu eurem Angebot passen und die eure Zielgruppe ansprechen. So stellt ihr sicher, dass die Suchbegriffe und Anzeigen nicht gegeneinander antreten. Es reicht ja schon, wenn ihr bei den Klickpreisen gegen die Konkurrenz bieten müsst. 😉

Um Angebote, Keywords und Anzeigen in Einklang zu bringen, solltet ihr euch immer die Fragen stellen, was für eine Anzeige die Suchenden erwarten und auf welche Landingpage ihr die potenziellen Kunden weiterleiten wollt.

Beispiel einer lokalen Kampagnenstruktur

Das war jetzt ein ganzer Batzen an Theorie. Um die oben genannten Anforderungen an eine lokale Google AdWords Kampagnenstruktur besser zu verdeutlichen, schauen wir uns am besten ein Beispiel aus der Praxis an.

Nehmen wir an, dass wir für unsere Kletterhalle in Koblenz eine AdWords Kampagne starten wollen. Zunächst soll die Kampagne in den Städten Koblenz, Neuwied und Andernach ausgestrahlt werden. Es soll aber möglich sein in Zukunft weitere Städte und Einzugsgebiete sauber in unsere Werbekampagne zu integrieren. In den Städten sollen jeweils die Themen Klettern, Bouldern und Kletterkurs beworben werden. Na… wie sollten wir unsere Kletterhallen-Kampagne am besten strukturieren? Habt ihr schon eine Idee? Hier die Lösung…

Eine lokale Google AdWords Kampagnenstruktur und die Gleiderung der Anzeigen.

Unsere Kampagnen strukturieren wir nach unseren Einzugsgebieten. So können wir später weitere Kampagnen mit einem individuellen Budget anlegen.

Der Vorteil dieser Aufteilung wird aber erst auf den zweiten Blick ersichtlich.  In den Anzeigengruppen sind wir jetzt sehr flexibel und können die Keywords den unterschiedlichen Anzeigengruppen zuteilen. Zudem können wir im späteren Verlauf weiter Anzeigengruppen ergänzen, pausieren und weiter clustern. Ein Beispiel dafür wäre eine Anzeigengruppe mit allen Keywords zu „Kletterhalle“.

Damit ist der Grundstein für eine perfekte lokale AdWords Kampagnenoptimierung gelegt. Wir können mit unseren lokalen Google AdWords Anzeigen in die Breite (Einzugsgebiet) und die Tiefe (Leistungsangebot + Keywords) wachsen, genauso wie es das Unternehmen auch Offline tuen würde.

Die geografische Ausrichtung richtig nutzen

Beim Anlegen eurer lokalen Google AdWords Kampagne habt ihr an dem Punkt „Standort“ die Möglichkeit, euer Zielgebiet auszuwählen. Über den Auswahlpunkt „Ich möchte selbst auswählen“ habt ihr die Möglichkeit, eigene Städte, Regionen, Bundesländer und Länder einzugeben.

Google AdWords Standort für die lokale Anzeigenschaltung einstellen.

Klickt ihr nun auf „Erweiterte Suche„, öffnet sich eine Karte. Ihr könnt nach Städten und Bundesländern suchen. Sehr effektiv ist ist auch die Eingrenzung nach Postleitzahlenbereichen.

Eingrenzung der lokalen AdWords Anzeigen nach Einzugsgebiet

Sehr schön ist auch, dass ihr die Reichweite sehen könnt. Im Fall von Koblenz sind das 257.000 Personen. Allerdings wird diese potenzielle Reichweite natürlich durch die Keywords eingegrenzt, die sich hinter euren Anzeigengruppen verstecken.

Sehr interessant ist die maximale Reichweite in Verbindung mit dem Google Display-Netzwerk. Hier seht ihr, wie viele Personen mit euren Werbebannern in Koblenz erreicht werden können. Bärenstark, oder? Und ihr braucht nur für Klicks zu bezahlen. Habt also eine große Reichweite und zahlt nur für Erfolg. Effizienter und fairer kann man in meinen Augen keine Werbung schalten. 🙂

Mit dem Werbezeitplaner bares Geld sparen

Grunsätzlich könnt ihr eure Werbeanzeigen 24/7 ausstrahlen. Da die meisten lokalen Unternehmen ein eingeschränktes Werbebudget haben, ist eine zeitliche Beschränkung auf die Öffnungszeiten in den meisten Fällen eine sinnvolle Lösung. So wird das Werbebudget gezielter eingesetzt.

So könnte ein Werbezeitplan anhand der Öffnungszeiten aussehen:

Werbezeitplaner an die Öffnungszeiten anpssen.

Über die Gebotsanpassung könnt ihr zudem festlegen, an welchen Tagen mehr Budget zur Verfügung stehen soll. Ist eure Hauptstoßzeit beispielsweise das Wochenende, könnt ihr an diesen Tagen das Budget erhöhen und an anderen Tagen dafür senken.

 

Fazit

Lokale Google AdWords Anzeigen sind für regional tätige Unternehmen eine effiziente Lösung, um mit einem kleinen Werbebudget eine große Zielgruppe zu erreichen.

Wenn ihr von Anfang an eine durchdachte Kampagnenstruktur aufsetzt, eure regionale Anzeigenaustrahlung auf bestimmte Gebiete einschränkt und die Werbezeiten clever anpasst, könnt ihr mit wenig Geld eine Menge neuer Kunden akquirieren ohne dabei einen großen Streuverlust hinnehmen zu müssen.